In der heutigen Welt steht die Outdoor-Branche vor einer entscheidenden Herausforderung: Sie muss den Spagat zwischen unserer Liebe zum Abenteuer und der Notwendigkeit, unseren Planeten zu schützen, schaffen. Angesichts der Tatsache, dass allein die Bekleidungsindustrie jährlich 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen verursacht, war der Ruf nach Nachhaltigkeit noch nie so dringend wie heute.
Bei RevolutionRace haben wir unsere Nachhaltigkeitsinitiative "The Responsible Race" genannt. Dies ist nicht irgendein Rennen, sondern eine Verpflichtung, die Herstellung und Verwendung von Outdoor-Bekleidung zu verändern. Unser Ansatz ist nicht eng gefasst; wir betrachten das große Ganze. Wir überdenken den gesamten Lebenszyklus unserer Kleidungsstücke - vom Zeichenbrett bis zu ihrem letzten Tag - um sicherzustellen, dass Nachhaltigkeit das Grundprinzip unseres Handelns ist. Ein Schritt auf unserer Reise ist das Eintauchen in die Welt der recycelten Materialien, nicht nur als Alternative zu herkömmlichen Stoffen, sondern als grundlegender Schritt in eine nachhaltigere Zukunft.
"Die Nachhaltigkeit unseres Unternehmens zu stärken, liegt besonders am Herzen! Dies umfasst die Sicherstellung von Strategien, die richtige Wahl der Lieferanten, geringere Umweltbelastung durch die Produktion, verbesserte Arbeitsbedingungen innerhalb der Lieferkette und die Förderung der Recycelfähigkeit unserer Produkte."
Stephanie Andersson | Managerin für Nachhaltigkeit
52% unserer Textilien werden aus Polyester gefertigt und stehen somit für einen Großteil der Materialzusammensetzung. Durch seine Leichtigkeit, die schnelltrocknenden Eigenschaften und eine optimale Feuchtigkeitsabsorption erfreut sich dieses Material besonderer Beliebtheit. Doch Polyester bietet einen weiteren positiven Effekt. Es verschmilzt nahtlos mit anderen Naturfasern wie Baumwolle und Wolle, wodurch es die Vielfältigkeit und Leistungsfähigkeit bei Outdoor-Bekleidung- und ausrüstung noch weiter steigert.
Da die meisten unserer Kleidungsstücke aus Polyester gefertigt werden, kann sich die Anwendung von wiedergewonnenem Material positiv auf die gesamte Faserproduktion auswirken. Die Verarbeitung von recyceltem Polyester vermindert die Abhängigkeit von neu gewonnenen Materialien aus fossilen Brennstoffen, verwertet Abfallprodukte und verringert den CO2-Ausstoß, was sich insgesamt positiv auf den ökologischen Fußabdruck auswirkt.
>50%
des verarbeiteten Polyesters und Polyamids sollen bis zum Jahr 2025 aus nachhaltigen Alternativen stammen, die ein Zertifikat tragen oder aus recycelten Quellen stammen.
Die Umweltauswirkungen der Herstellung von neuem Polyester sind beträchtlich. Sie basiert auf nicht erneuerbaren Ressourcen wie Öl und Gas, die aus der Erde gewonnen und dann raffiniert und chemisch in Polyesterfasern umgewandelt werden. Der Prozess ist energieintensiv und trägt erheblich zu den Treibhausgasemissionen bei.
Recyceltes Polyester hingegen wird aus recycelten PET-Flaschen hergestellt. Bei diesem Verfahren werden die Flaschen gesammelt und gereinigt, in kleine Späne zerlegt, geschmolzen und zu neuen Polyesterfasern versponnen. Durch dieses Recyclingverfahren werden die CO2-Emissionen in der Rohstoffproduktionsphase erheblich reduziert, was auch die Umweltauswirkungen des Endprodukts verringert.
Im Großen und Ganzen macht die Art des verwendeten Rohstoffs vielleicht nur einen kleinen Unterschied aus. Aber bei der Nachhaltigkeit zählt jeder kleine Schritt! Das alles ist Teil unserer Reise in eine grünere Zukunft. Wir sind bestrebt, sowohl unsere Rohstoffe als auch unsere Produktionsprozesse zu verbessern, um sie nachhaltiger und ressourceneffizienter zu machen.
Stephanie Andersson | Managerin für Nachhaltigkeit
Die Qualität und Haltbarkeit von recyceltem Kunststoff kann je nach Quelle variieren, was die Aufrechterhaltung eines gleichbleibenden Standards erschwert - eine wichtige Erwartung unserer Kunden. Die Verwendung von PET erleichtert zwar die Qualitätskontrolle, doch wird es häufig aus geschlossenen Recyclingkreisläufen abgezweigt. Anstatt immer wieder der Produktion neuer Flaschen zu dienen, landet es in der Kleidungsproduktion, wodurch der Recyclingprozess erschwert wird.
Das Recycling anderer Kunststoffe, wie z. B. Plastikmüll aus dem Meer, stellt eine große Herausforderung in Bezug auf Farbschwankungen und mangelhafte Homogenität dar. Dies führt zu zusätzlichen Produktionsschritten und größeren Unterschieden beim Endprodukt, welche Qualität und Farbechtheit beeinflussen können.
Warum also überhaupt Polyester für Outdoor-Bekleidung verwenden? Bei der Herstellung von Bekleidung ist die Stoffwahl je nach Verwendungszweck entscheidend. Polyester wird aufgrund der Strapazier- und Leistungsfähigkeit bei intensiver Bewegung häufig für Outdoor-Bekleidung bevorzugt.
Die Verwendung von recycelten Materialien ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Produktion unserer Outdoor-Bekleidung. Um wirklich etwas zu bewirken muss die hergestellte Kleidung recycelbar sein oder weitergegeben werden können und aus diesem Grund muss der komplette Prozess überdacht werden: weniger Ressourcen verbrauchen, weniger Abfall produzieren, die Produktion effizienter gestalten und die Kunden bei der richtigen Wahl unterstützen. Um dies umzusetzen sind bereits jede Menge neue Ideen und Forschungsansätze entstanden, doch es muss sichergestellt werden, dass sowohl für Hersteller wie auch für Verbraucher die neuen Strategien zufriedenstellend funktionieren. Erst wenn sich alle Lösungen übergreifend durchsetzen, werden sich die Änderungen positiv auf die Umwelt auswirken.
Forschungen haben gezeigt, dass die schädlichsten Umwelteinflüsse, wie z.B. Energie- und Wasserverbrauch, allgemeine Verunreinigungen sowie der Einsatz von Chemikalien, in erster Linie durch den Färbeprozess und die Obermaterialbehandlungen entstehen, nicht aber durch die Herstellung von Fasern.1 Um diesem schädlichen Prozess entgegen zu wirken, wurden wir im Jahr 2023 Partner bei Bluesign® System. Mit dieser Initiative wollen wir den Sicherheitsaspekt in unserer Produktion verstärken und gewährleisten, dass auf die Verwendung gefährlicher Chemikalien verzichtet wird.
Eine weitere Herausforderung in der Bekleidungsindustrie stellt die Überproduktion dar. Die unerbittliche Jagd nach den neuesten Trends führt dazu, dass mehr Kleidung produziert, als verkauft werden kann oder nach nur kurzer Anwendung in der Mülltonne landet. Fakt ist, dass sich die Anzahl der produzierten Kleidungsstücke in den letzten 15 Jahren verdoppelt hat, während die durchschnittliche Tragedauer eines Kleidungsstücks um 36 % gesunken ist. 1
Durch das Geschäftsmodell von RevolutionRace, dass einen Direktverkauf an den Kunden ermöglicht, können wir jeden Teil der Produktreise effektiv gestalten und gleichzeitig eine enge Beziehung zu unserem Kundenkreis aufbauen. Da wir zur Gänze auf Zwischenhändler verzichten und stattdessen auf die Produktion kleinerer Kollektionen setzen, entfallen unnötige Verkaufsmuster und wir haben die Chance unsere Produkte, abhängig vom Feedback unserer Kunden, kontinuierlich zu verbessern. Mit dieser Strategie stellen wir uns besser der Kundennachfrage, reduzieren Rücksendungen und minimieren Überproduktion.
<3%
Die Überproduktion sollte 3% niemals übersteigen. Im Jahr 2023 konnten nur 0,3% aller gefertigten Produkte nicht an den Endverbraucher verkauft werden.
Die Anwendungsweise und Pflege deiner Kleidung entspricht etwa 24 % des CO2-Fußabdrucks. 2 Je ausgiebiger du deine Kleidung trägst, desto nachhaltiger wird sie und das dient nicht nur der Umwelt, sondern auch deinem Geldbeutel! Laut einer Kundenumfrage tragen unsere treuesten Kunden ihre neuen Hosen mindestens 50 Mal und 83% der Befragten haben die Hose erst vor weniger als einem Jahr erworben. 3
Ein 100 Mal getragenes Produkt ist zehnmal nachhaltiger als ein zehnmal getragenes. Ein nicht getragenes Kleidungsstück ist nie nachhaltig.
Stephanie Andersson | Managerin für Nachhaltigkeit
Überlege dir, was du brauchst! Denke vor dem Kauf darüber nach, welche Anwendungsbereiche die Kleidung abdecken soll und informiere dich über das Material und hilfreiche Funktionen. Unsere Guides helfen dir bei der Wahl der passenden Kleidung und Ausrüstung für deine Outdoor-Abenteuer.
Finde deine Größe! Auf Anhieb online die richtige Größe zu finden, ist nicht immer leicht. Wirf einen Blick in unsere Größentabelle und vergleiche deine Körpermaße und jene deiner bereits vorhandenen Kleidung mit unseren Artikeln.
Die richtige Kleiderpflege! Achte auf die Wasch- und Plegehinweise. Bei Kleidungsstücken mit DWR-Behandlung Beschichtung ist von Zeit zu Zeit eine Reaktivierung notwendig.
Reparieren und weitertragen! Outdooraktivitäten verlangen der Kleidung so einiges ab. Falls deine Nordwand oder RVRC GP Pants Löcher oder Risse aufweisen, kannst du sie ganz einfach mit einem unserer Reparaturkits ausbessern und anschließend weitertragen!
Quellen
Ellen MacArthur Foundation (2017): A New Textiles Economy: Redesigning Fashion’s Future. https://www.ellenmacarthurfoundation.org/a-new-textiles-economy
UNEP (2023): Sustainability and Circularity in the Textile Value Chain: A Global Roadmap.
RevolutionRace (2023): Sustainability Report 2022/23. Page 20. https://storage.mfn.se/a54c5c7a-7500-4116-9b50-9b31099854b9/rvrc-sustainability-report-2022-23.pdf